19 June 2026, 06:21

Gabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf gegen die DDR-Diktatur

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf gegen die DDR-Diktatur

Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer

Derzeit präsentiert Berlins Gropius Bau eine umfassende Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die 73-jährige Künstlerin, die in Erfurt lebt, zählt seit Langem zu den mutigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Kunstszene. Die Schau versammelt rund 150 Werke – von Videos und Fotografien über Mode bis hin zu großen Wollskulpturen von Frauen.

Stötzers Widerstand gegen Autoritäten begann früh. In der DDR gründete sie mit die Erfurter Künstlerinnengruppe und lotete in einem restriktiven System künstlerische Freiräume aus. Ihr Engagement führte zur Inhaftierung, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Ein Jahr verbrachte sie im Gefängnis, wo sie sich die Zeit mit dem Stricken von Strumpfhosen vertrieb.

1989 nahm ihr Widerstand eine dramatische Wende: Sie besetzte die Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt – ein kühner Akt gegen das Regime. Trotz ihrer politischen Vergangenheit wehrt sie sich dagegen, allein als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Ihr Schaffen umfasst Jahrzehnte und verschiedene Medien und entzieht sich simplen Zuordnungen.

In diesem Herbst wird ihr Wirken mit dem Goslarer Kaiserring gewürdigt, einer der höchsten künstlerischen Auszeichnungen Deutschlands.

Die Ausstellung im Gropius Bau zeigt die Vielfalt und Kraft ihres Œuvres. Die bevorstehende Ehrung unterstreicht Stötzers bleibenden Einfluss auf Kunst und Kultur in Deutschland. Ihre Karriere steht für künstlerische Innovation und kompromisslose Haltung.

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