16 April 2026, 14:38

Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt immer teurer wird

Brutalistischer Barbershop-Außenbereich in Berlin mit eckigen Betongebäuden, Fenstern, Geländern, Balkonen und Namensschildern, umgeben von Bäumen, Laternenmasten und Fußgängern an einem bewölkten Tag.

Haarschnittpreise sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt immer teurer wird

Friseurpreise in Deutschland steigen stark – Branche kämpft mit Nachwuchsmangel

Die Kosten für einen Haarschnitt in Deutschland sind in den vergangenen vier Jahren deutlich gestiegen. Frauen zahlen heute für eine Standardbehandlung mit Waschen, Schneiden und Föhnen 28 Prozent mehr als noch 2020, während Männer und Kinder noch stärkere Preissprünge verkraften müssen. Gleichzeitig geht die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk weiter zurück – die Zukunft der Branche steht auf dem Spiel.

Im September 2024 lag der Durchschnittspreis für einen Damenhaarschnitt inklusive Waschen und Föhnen bei rund 54 Euro – ein Anstieg von 42 Euro im Jahr 2020. Männer zahlen für denselben Service mittlerweile etwa 33 Euro, fast 31 Prozent mehr als vor vier Jahren. Auch Kinderfrisuren sind im gleichen Maße teurer geworden, mit ähnlichen prozentualen Steigerungen.

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Hauptgründe für die Preiserhöhungen sind steigende Löhne, höhere Energiekosten und teurere Materialien. Auch die Inflation setzt sowohl die Salons als auch die Kundschaft unter Druck. Trotz der höheren Preise geben die meisten Kunden weiterhin moderat Geld aus: 28 Prozent zahlen pro Besuch zwischen 15 und 29 Euro, 20 Prozent liegen bei 30 bis 49 Euro.

Doch die Branche befindet sich im Wandel. Traditionelle Friseursalons sehen sich zunehmend der Konkurrenz durch Barbiershops gegenüber, die vor allem in Städten stark gewachsen sind. Diese Läden bieten oft günstigere Preise und sprechen damit preisbewusste Kunden an. 2024 machten Barbiershops etwa ein Fünftel der bundesweit 80.363 registrierten Friseurbetriebe aus.

Gleichzeitig kämpft der Berufsstand mit Nachwuchssorgen. Die Zahl der Auszubildenden sank von 23.540 im Jahr 2014 auf nur noch 13.509 im Jahr 2023. Ein Lichtblick ist der wachsende Männeranteil: 2024 war mehr als ein Drittel der Azubis männlich. Dennoch wird der Gesamtumsatz der Branche, der in diesem Jahr auf 7,67 Milliarden Euro geschätzt wird, voraussichtlich 2025 leicht zurückgehen.

Höhere Preise und veränderte Kundengewohnheiten prägen die deutsche Friseurbranche. Angesichts schrumpfender Auszubildendenzahlen und steigender Kosten müssen Salons sich anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Trend zu günstigeren Barbiershops und der anhaltende Rückgang an Fachkräften deuten auf weitere Umbrüche hin.

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