25 March 2026, 08:34

Florentina Holzingers Sancta provoziert erneut an der Staatsoper Stuttgart

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schal, ihre Haare zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Hintergrund mit Sternen und schwarzer, fetter Schrift, die 'Theater der Oper' lautet.

Florentina Holzingers Sancta provoziert erneut an der Staatsoper Stuttgart

Florentina Holzingers Sancta kehrt im Herbst an die Staatsoper Stuttgart zurück

Die radikale Neudeutung von Paul Hindemiths 1921 verbotenem Werk Sancta Susanna hat weltweit bereits für Aufsehen gesorgt. Diesmal erwartet das Publikum eine Inszenierung, die Oper, katholische Liturgie und extreme Körperlichkeit verbindet – inklusive Nacktheit, Verletzungen und Körperaufhängungen.

Das Original Sancta Susanna löste 1921 einen Skandal aus und wurde daraufhin abgelehnt. Fast ein Jahrhundert später führt Holzingers Sancta die Provokation fort, indem sie Grenzen noch weiter überschreitet. Die Produktion löste eine Medienhysterie aus, öffentliche Empörung über die expliziten Inhalte und sogar Gewaltandrohungen. Bei der Premiere benötigten einige Zuschauer wegen der intensiven, drastischen Szenen sogar Erste Hilfe.

Holzingers Version deutet religiöse und Geschlechterthemen durch provokative weibliche Körperlichkeit neu. Die Frauen in der Aufführung erobern sich Selbstbestimmung zurück und stellen traditionelle christliche Erzählungen infrage. Die Show inszeniert schwebende Körper als Symbol für Christi Wunden und Erlösung – und sprengt damit die konventionellen Grenzen der Oper.

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Dirigentin Marit Strindlund bezeichnet Sancta als bahnbrechende Bühnenkunst. Sie schätzt, wie die Inszenierung das Publikum einbezieht, ohne dabei aufklärerisch zu wirken. Strindlund musste sich auch an Holzingers unkonventionelle Methoden anpassen, darunter schockierende Bilder und ungewöhnliche Ausdrucksformen.

Die Staatsoper Stuttgart zeigt Sancta am 3., 4. und 5. Oktober mit weiteren Vorstellungen am 1. und 2. November. Karten für Oktober sind noch erhältlich, die November-Termine sind bereits ausverkauft.

Holzingers Sancta hat die Debatten über Kunst, Religion und Geschlecht neu entfacht. Mit ihren extremen Bildern und kühnen Themen bleibt die Produktion ein Gesprächsthema. Wer sie erlebt, wird eine ebenso konfrontative wie unvergessliche Erfahrung machen.

Quelle