Cyberangriff legt Stadtwerke Detmold lahm – veraltete IT als Hauptproblem
Rainer SchäferCyberangriff legt Stadtwerke Detmold lahm – veraltete IT als Hauptproblem
Stadtwerke Detmold von schwerem IT-Angriff betroffen – Systeme seit Montag offline
Ein massiver IT-Angriff hat die Stadtwerke Detmold lahmgelegt: Seit Montag sind die Systeme des Versorgers offline, was zu erheblichen Beeinträchtigungen im Kundenservice führt. Telefonleitungen und Online-Portale sind nicht erreichbar. Nun prüfen die Behörden, inwieweit veraltete IT-Infrastruktur die Attacke begünstigt haben könnte.
Der Cyberangriff traf das Unternehmen am Montag und legte die digitalen Abläufe komplett lahm. Kunden können seitdem weder Zählerstände übermitteln noch die Service-Hotline erreichen. Auf der Startseite des Unternehmens wird lediglich ein "großflächiger IT-Ausfall" bestätigt – weitere Details fehlen.
Veraltete Systeme als Einfallstor Erste Ermittlungen zeigen, dass die IT-Systeme der Stadtwerke mindestens sechs Monate vor dem Angriff verwundbar waren. So lief noch immer ein Windows Server 2003 mit dem unsicheren SMBv1-Protokoll. Zwei weitere Systeme boten ebenfalls angreifbare SMB-Dienste an, während offene RDP-Ports (Port 3389) und ungesicherte VPN-Zugänge ohne Mehr-Faktor-Authentifizierung zusätzliche Sicherheitslücken bildeten.
Doch die Probleme beschränkten sich nicht auf die Server: Ein System nutzte noch PHP 5.4.36 – eine Version von 2014 – sowie einen Debian-Kernel 3.2.65 aus dem Jahr 2015. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet und prüft, ob diese Schwachstellen den Angriff erst ermöglicht haben. Ob Kundendaten kompromittiert wurden, steht noch nicht fest.
Trotz der Störungen laufen die kritischen Versorgungsleistungen wie Trinkwasser, Strom, Gas und Fernwärme laut Angaben des WDR weiter normal.
Wiederherstellung unklar – Kunden bleiben ohne Support Bisher gibt es keine Angaben zum Ausmaß des Angriffs oder zu einem Zeitplan für die Wiederherstellung. Mit offline geschalteten Kernsystemen und den aufgedeckten Sicherheitsmängeln liegt der Fokus nun auf der Absicherung der Infrastruktur und der Wiederherstellung der Dienste. Bis auf Weiteres bleiben wichtige Kundenservice-Kanäle gesperrt.






