24 June 2026, 08:25

Brasilien versteigert Öl- und Gasblöcke im Amazonas – trotz Proteste und Klimaziele

Brasilien wegen Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblocks vor COP30 versteigert

Brasilien versteigert Öl- und Gasblöcke im Amazonas – trotz Proteste und Klimaziele

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltet am 17. Juni 2025 eine Versteigerung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke angeboten, darunter 68 im brasilianischen Amazonasgebiet. Umwelt- und Indigenenorganisationen lehnten das Vorhaben im Vorfeld vehement ab.

Trotz rechtlicher und ethischer Bedenken fand die Auktion statt. Die Bundesstaatsanwaltschaft hatte zuvor einen Eilantrag auf Aussetzung eingereicht und dabei auf Verfahrensmängel sowie das Fehlen einer ausreichenden Umweltverträglichkeitsprüfung hingewiesen. Eine Umweltbewertung der Sedimentgebiete (AAAS) war vor der Vergabe der Blöcke nicht durchgeführt worden.

Zudem wurde die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften nicht eingeholt – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169. Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura verurteilte die Versteigerung scharf und warnte vor Zerstörung, Verschmutzung, Armut und Krankheiten in der Region.

Internationale Konzerne wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich die Rechte an den Blöcken. Insgesamt wurden 19 der 47 Blöcke an der Amazonasmündung vergeben, die zusammen 16.312 km² Meeresgebiet umfassen. Gisela Hurtado von Stand.earth kritisierte, die Auktion bedrohe indigene Territorien und stehe im Widerspruch zum Pariser Klimaabkommen.

Kritiker verwiesen zudem auf Brasiliens Rolle als Gastgeber der COP30. Die Versteigerung sende widersprüchliche Signale an die Weltgemeinschaft und ignoriere das Potenzial des Landes in den Bereichen Wind-, Solar- und Wasserkraft.

Die Auktion verlief wie geplant, wobei Großkonzerne neue Explorationsrechte erworben. Indigene Führer und Umweltschützer prangern weiterhin das Fehlen von Konsultationen und Umweltschutzmaßnahmen an. Das Vorgehen wirft Fragen zu Brasiliens Verpflichtung gegenüber Klimazielen und nachhaltiger Entwicklung auf.

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