Bergisch Gladbach beschleunigt Wohnungsbau mit neuen "Bauturbo"-Projekten
Rainer SchäferBergisch Gladbach beschleunigt Wohnungsbau mit neuen "Bauturbo"-Projekten
In Bergisch Gladbach stehen bei der anstehenden Sitzung des Stadtplanungsausschusses mehrere große Bauvorhaben zur Genehmigung an. Die Stadt will mit der Aktivierung langjährig brachliegender Grundstücke und der Lockerung von Bebauungsvorschriften im Rahmen der neuen „Bauturbo“-Regelungen die Wohnungsnot entschärfen.
Eines der zentralen Projekte ist die Erweiterung des Kalköfen Carrée auf dem ehemaligen Cox-Industriegelände hinter den historischen Kalköfen. Geplant ist ein neues Wohngebäude mit 19 Wohnungen sowie sieben Einzelgaragen. Obwohl das Vorhaben die ursprünglichen Höhenbegrenzungen des Bebauungsplans überschreitet, sieht die Stadt darin einen pragmatischen Schritt zur Nachverdichtung.
Ein weiteres bedeutendes Vorhaben betrifft die ehemalige Rodenbach-Schlosserei an der Rommerscheider Straße. Dort soll ein zweigeschossiges Gebäude mit zwei dreigeschossigen Wohnblöcken und einer Tiefgarage entstehen. Die Entwickler schlagen zudem einen direkten Garagenzufahrt von der Rommerscheider Straße aus vor – eine Abweichung von den bestehenden Bebauungsrichtlinien.
Die BIG Bensberg GmbH beantragt die Genehmigung für einen dreigeschossigen Aufbau des bestehenden Schloss Centers, wodurch 59 altersgerechte Wohnungen entstehen sollen. Zudem wird in einer informellen Anfrage ein kleineres Projekt an der Kreuzung Im Pippelstein/Lachsweg in Lustheide diskutiert, wo ein Gebäude mit acht Wohneinheiten geplant ist.
Der Stadtrat unterstützt diese Vorhaben als Teil der Bemühungen, den Wohnraummangel zu lindern. Die „Bauturbo“-Regelungen haben es ermöglicht, dass zuvor blockierte Projekte vorankommen – auch wenn einige die ursprünglichen Bebauungsgrenzen überschreiten. Die Genehmigung dieser Pläne würde einen wichtigen Schritt bedeuten, um innerstädtische Brachflächen für dringend benötigten Wohnraum zu nutzen.
