19 June 2026, 00:27

Bayreuth rudert zurück: Michel-Friedman-Veranstaltung findet doch statt

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuth rudert zurück: Michel-Friedman-Veranstaltung findet doch statt

Das Bayreuther Festspielhaus steht wegen seiner Handhabung einer Veranstaltung mit Michel Friedman in der Kritik. Zunächst hatte das Festival beschlossen, die geplante Veranstaltung aus Sicherheitsbedenken abzusagen. Mittlerweile hat Bayreuth sich bei Friedman entschuldigt – die Veranstaltung wird nun wie vorgesehen stattfinden.

Das Festival blickt auf eine lange Tradition zurück, sich mit Richard Wagners Antisemitismus auseinanderzusetzen. Inszenierungen von Katharina Wagner, Stefan Herheim und Barrie Kosky haben das Thema auf der Bühne aufgegriffen. Über die Aufführungen hinaus wurden im Festspielpark Gedenksteine errichtet und Symposien veranstaltet, um die Verbindungen zur Zeit des Nationalsozialismus aufzuarbeiten.

Die Debatte über Wagners Antisemitismus begleitet das Festival seit Jahren. Eine Gesprächsreihe mit Stephen Fry während des Ring-Zyklus unter der Regie von Castorf setzte sich intensiv damit auseinander. Auch jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten maßgeblich die künstlerische Ausrichtung des Festivals.

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Michel Friedman warf dem Festival vor, sich seiner historischen Aufarbeitung zu entziehen. Christian Thielemann erklärte, dass Gespräche über die Veranstaltung bereits vor über einem Jahr geführt worden seien, er sich jedoch nie offiziell dazu verpflichtet habe. Katharina Wagner führte die ursprüngliche Absage auf Sicherheitsbedenken zurück.

Mittlerweile hat das Festival seine Haltung revidiert und die Durchführung der Veranstaltung bestätigt. Die Entschuldigung an Friedman markiert einen weiteren Schritt in Bayreuths fortlaufenden Bemühungen, die umstrittene Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Programm mit Diskussionen und Aufführungen bleibt unverändert.

Quelle