Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsskandalen
Susanne BachmannArnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsskandalen
Eine Straße in Arnsberg könnte bald wegen historischer Missbrauchsskandale ihren Namen verlieren. Lokale Politiker von SPD und CDU setzen sich für die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim ein. Den Anstoß gab eine Studie, die den ehemaligen Kardinal Lorenz Jaeger mit der Vertuschung von Missbrauchsfällen während seiner Amtszeit als Erzbischof von Paderborn (1941–1973) in Verbindung bringt.
Die Forderung nach einer Umbenennung gewann an Fahrt, nachdem ein Bericht Mitte März Jaegers Rolle bei der Verschleierung der Vorfälle offenlegte. Auch sein Nachfolger geriet in die Kritik. Die Arnsberger CDU distanzierte sich daraufhin öffentlich vom verstorbenen Kardinal und unterstützt nun gemeinsam mit der SPD den Namenswechsel.
Am 20. April findet eine öffentliche Versammlung statt, bei der Anwohner Vorschläge für einen neuen Straßennamen einreichen können. Beide Parteien betonen die Bedeutung der Bürgerbeteiligung. Dieses Vorgehen orientiert sich an ähnlichen Schritten in Olpe, wo 2023 ein katholisches Jugendzentrum aus vergleichbaren Gründen umbenannt wurde.
Arnsberg steht mit dieser Debatte nicht allein da: Auch in benachbarten Städten wie Werl und Wenden wird über die Umbenennung von Straßen diskutiert, die mit Jaeger in Verbindung stehen. Dort könnten Anwohner jedoch mit praktischen Hürden konfrontiert werden, etwa bei der Aktualisierung amtlicher Dokumente oder Grundbucheinträge. Bisher wird in Nordrhein-Westfalen nur die Kardinal-Jaeger-Straße in Paderborn bereits umbenannt.
Der Vorstoß in Arnsberg spiegelt die wachsende kritische Auseinandersetzung mit Jaegers Erbe wider. Sollte die Umbenennung beschlossen werden, müssten sich die Anwohner an den neuen Straßennamen gewöhnen. Die Versammlung am 20. April wird über die nächsten Schritte entscheiden.






