Apotheker warnt vor Kollaps: 97 Schließungen in NRW – und kein Ende in Sicht
Susanne BachmannApotheker warnt vor Kollaps: 97 Schließungen in NRW – und kein Ende in Sicht
Ein Apotheker aus der Region hat sich mit einem Landtagsabgeordneten getroffen, um auf die wachsenden Belastungen im Apothekensektor aufmerksam zu machen. Dr. Gregor Lohmann traf sich mit dem CDU-Politiker Fabian Schrumpf, um über finanzielle Schwierigkeiten, Personalengpässe und die anstehenden Proteste zu sprechen. Die Gespräche fanden statt, nachdem allein im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen 97 Apotheken schließen mussten.
Während des Treffens skizzierte Lohmann die zentralen Herausforderungen, vor denen Apotheken in der gesamten Region stehen. Er betonte, dass eine angemessene Vergütung für Kernleistungen für das Überleben unerlässlich sei – ebenso wie planbare Finanzmittel. Ohne bessere Bezahlung werde sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen und das System zusätzlich belasten, warnte er.
Thema war auch, wie sich die Schließung von Apotheken auf Patientinnen und Patienten auswirkt, insbesondere in ländlichen und städtischen Gebieten. Lohmann nannte stagnierende Gebühren und steigende Kosten als Hauptgründe für den Rückgang. Kritisch äußerte er sich zu Versandapotheken, die von Rabatten profitieren, während stationäre Apotheken feste Abgabegebühren erhalten.
Schrumpf nahm die Sorgen zur Kenntnis, wies jedoch auf seinen begrenzten Handlungsspielraum als Landtagsabgeordneter hin. Er versprach, die Anliegen an Bundeskollegen weiterzuleiten, und unterstützte die für den 23. März geplanten Proteste. Zwar erkannte er die Notwendigkeit fairer Vergütung an, konkrete Zusagen machte er jedoch nicht.
Das Treffen unterstrich die finanzielle Notlage der Apotheken und die Dringlichkeit von Reformen. Schrumpfs Bereitschaft, sich auf Bundesebene für das Thema einzusetzen, könnte die Aufmerksamkeit weiter erhöhen. Unterdessen kämpft die Branche weiterhin mit Schließungen und Protesten gegen die aktuelle Finanzierung sowie die Arbeitsbedingungen.