30 June 2026, 00:22

Apotheker fordern dringende Korrekturen bei geplanter Reform des Gesundheitswesens

Hoffmann: "Jetzt müssen Gespräche geführt werden"

Apotheker fordern dringende Korrekturen bei geplanter Reform des Gesundheitswesens

Apothekerberuf in Deutschland fordert dringende Änderungen an geplanter Apothekenreform

Die Apothekerschaft in Deutschland drängt auf rasche Nachbesserungen bei der anstehenden Apothekenreform. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, bezeichnete die aktuelle Situation als „entscheidenden Scheideweg“ für das Gesundheitswesen – angesichts einer wachsenden Nachfrage, die das Angebot in einer sich wandelnden Gesellschaft übersteige.

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat zentrale Punkte benannt, die in der Reform dringend überarbeitet werden müssten. An erster Stelle steht die Forderung nach einer Erhöhung der Festbetragsvergütung. Alternativ schlagen die Apotheker Mechanismen vor, um sicherzustellen, dass die Branche die benötigten 800 bis 900 Millionen Euro erhält. Zudem wird die Abschaffung des Bargeldrabatt-Verbots gefordert – eine Maßnahme, die nach Ansicht der ABDA schnell und unkompliziert umsetzbar wäre.

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Hoffmann betonte, dass die Vergütungsfrage absolute Priorität habe. Die anfängliche Zuversicht, die der Apothekenabschnitt im Koalitionsvertrag geweckt hatte, sei verflogen, seit Gesundheitsministerin Nina Warken die Eckpunkte auf dem Deutschen Apothekertag präsentiert habe. Kritik gibt es auch an der geplanten Ermächtigung von pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), Apotheken zu vertreten. Hoffmann hält dies im aktuellen rechtlichen Rahmen für „nicht praktikabel“.

Jetzt sei der Moment, so Hoffmann, um mit der Politik in Dialog zu treten und in letzter Minute noch Korrekturen durchzusetzen. Das Modell der eigentümergeführten Apotheke müsse unbedingt erhalten bleiben – besonders vor dem Hintergrund sinkender Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung, die grundlegende Reformen unerlässlich mache. Geplante öffentliche Proteste wurden auf den 17. Dezember verschoben; stattdessen setzt man derzeit auf Verhandlungen, um eine Eskalation zu vermeiden.

Die Apothekerschaft pocht auf sofortige Maßnahmen bei der Vergütung und regulatorischen Anpassungen. Die vorgeschlagenen Reformen sollen finanzielle und betriebliche Herausforderungen des Sektors bewältigen. Der Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern bleibt die zentrale Strategie, um die Ziele noch vor der finalen Verabschiedung der Reform zu erreichen.

Quelle