3-Millionen-Betrug mit gefälschten Rezepten: Apotheker und Krankenschwester vor Gericht
Blanka Jessel3-Millionen-Betrug mit gefälschten Rezepten: Apotheker und Krankenschwester vor Gericht
In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil von Krankenkassen in Höhe von fast 3 Millionen Euro vor Gericht verantworten. Durch gefälschte Rezepte für teure medizinische Hilfsmittel sollen zwischen Februar 2020 und Juli 2022 unrechtmäßig 3,6 Millionen Euro erstattet worden sein.
Im Mittelpunkt des Betrugs stand ein hochpreisiger Wundverband namens SymbioInfekt TheraKit, der pro Packung etwa 3.400 Euro kostet. Die Staatsanwaltschaft wirft der Krankenschwester vor, die gefälschten Rezepte beschafft zu haben, während der Apotheker den Großhandelspreis einstrich und ihr eine Provision von 10 Prozent zahlte. Beide sollen vorsätzlich und gemeinschaftlich gehandelt haben.
Der Apotheker bestreitet, von den Machenschaften gewusst zu haben. Bei einer Verurteilung müsste er den vollen Schaden ersetzen – bereits 900.000 Euro wurden zurückerstattet, zudem wurden monatliche Ratenzahlungen in Höhe von 10.000 Euro angeordnet.
Seit 2020 haben die Behörden die Kontrollen verschärft, um ähnliche Betrugsfälle zu verhindern. Dazu gehören digitale Rezeptprüfungen über das gematik-Telematiksystem, KI-gestützte Überwachung von Verschreibungsmustern sowie die 2022 eingeführte E-Rezept-Pflicht. Weder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) noch das Bundesgesundheitsministerium haben sich bis März 2026 zu diesem Fall geäußert.
Der Prozess dauert an, während die Ermittler die Rollen der beiden Angeklagten aufklären. Bei einer Verurteilung müsste der Apotheker Millionen zurückzahlen. Der Fall zeigt zugleich, wie wichtig strengere digitale Kontrollen und E-Rezepte sind, um künftige Betrugsversuche zu vereiteln.






